Wespenumsiedlung – Wespen umsiedeln vom Profi
Es kommt häufig vor, dass Wespen ihre Nester in unmittelbarer Nähe zu Wohnhäusern – und somit auch Menschen – bauen. Dann ist es in einigen Fällen erforderlich, dieses zu entfernen: Fühlt man sich Tag für Tag von den Insekten auf seinem Balkon oder im Garten gestört oder besteht sogar ein ernstzunehmendes Risiko für Allergiker oder Kinder, ist eine Umsiedlung des Nests in jedem Fall in Erwägung zu ziehen. Dabei handelt es sich allerdings um eine Aufgabe, die mit Sorgfalt umgesetzt werden muss – am besten wird sie direkt von einem Experten durchgeführt. Wir stellen vor, wie man dabei am besten vorgeht.
Das Entfernen eines Wespennests – ist das überhaupt erlaubt?
Viele Menschen sehen Wespen ausschließlich als Störenfriede in den Sommermonaten an: Sie kreuzen immer dort auf, wo wir sie überhaupt nicht gebrauchen können – sei es während eines gemütlichen Grillabends oder auch an der Kaffeetafel mit süßem Kuchen. Dennoch muss berücksichtigt werden, dass Wespen auch Nützlinge sind, die noch dazu unter Naturschutz stehen. Trotzdem können sie natürlich für uns Menschen störend sein. So gibt es die Möglichkeit, ein Wespennest umzusiedeln oder es zu entfernen.
Typische Nistplätze für Wespen sind unter anderem Lauben, Schuppen, Dachböden oder auch Dachüberstände, die vor der Witterung geschützt sind. Wespen sind staatenbildende Insekten, allerdings gibt es nur zwei Arten, die Nester in der Nähe von Wohnhäusern errichten. Diese sind die Deutsche Wespe und die Gemeine Wespe. Falls man auch selbst an seinem Gebäude oder im Garten ein Nest sichtet, ist es erst einmal wichtig, Ruhe zu bewahren. Denn eine Wespe wird in der Regel nur dann aggressiv, wenn sie sich wirklich bedroht fühlt.
Grundsätzlich sollten Wespennester in keinem Fall auf eigene Faust beseitigt werden. Denn: Die Tiere stehen zunächst einmal unter Naturschutz – es kann hohe Bußgelder nach sich ziehen, wenn ein Nest selbst beseitigt wird. Dazu kommt, dass das Entfernen des Nests für Laien durchaus riskant sein kann. Zum Entfernen eines Nests muss ein Antrag bei der zuständigen Behörde gestellt werden, wie beispielsweise bei der örtlichen Naturschutzbehörde, dem Landratsamt oder der Stadtverwaltung.
Nachdem man eine Genehmigung zur Entfernung des Wespennests erhalten hat, sollte die Umsiedlung in jedem Fall von einem Profi durchgeführt werden. In einem Nest leben nicht selten bis zu 7.000 Tiere – die Wahrscheinlichkeit eines oder mehrerer schmerzhaften Stiche ist also äußerst hoch. Zudem reagieren die Insekten äußerst aggressiv, wenn jemand versucht, ihr Revier anzugreifen. Ohne passende Schutzkleidung, wie beispielsweise einen Imkeranzug, sollte also in keinem Fall ein Nest angepasst werden. Findet man als Mieter an seinem Wohnhaus ein Wespennest vor, ist dies ein Fall für den Vermieter, der sich zeitnah um die Umsiedlung kümmern und auch die Kosten dafür übernehmen muss.
Was man grundsätzlich über das Entfernen eines Wespennests wissen sollte
In den Herbstmonaten sterben die Wespen, die das Nest über die Sommermonate hinweg bewohnt haben, nach und nach aus. Dann steht es leer und lässt sich problemlos und ohne Risiko entfernen. Wer allerdings nicht so lange warten kann oder sich von den Insekten zu sehr gestört fühlt, kann sich an einen Fachmann wenden, um es beseitigen zu lassen. Hierfür bietet es sich an, sich an einen Kammerjäher oder an einen Imker zu wenden.
Prinzipiell hat das Entfernen eines Wespennests von einem Schädlingsbekämpfer einige Vorteile: Er sorgt für eine sichere, schnelle und tierfreundliche Umsiedlung. Der Fachmann weiß genau, wie sich die Wespen verhalten und wie er vorgehen muss, damit die Tiere nicht zu Schaden kommen. Darüber hinaus trägt er eine Schutzausrüstung, die ihn vor schmerzhaften Stichen bewahrt.
Ein freihängendes Wespennest kann in der Regel gefahrlos beseitigt werden. Befindet sich das Wespennest in einem Hohlraum oder in einer Nische, bietet sich der Einsatz von Chemikalien als letzte Lösung an. Insektizide sollten aber nur dann angewandt werden, wenn eine Umsiedlung keinen Sinn macht und das Nest zwingend entfernt werden muss. Zwar bringt die Beseitigung durch einen Kammerjäger schnelle Hilfe, aber dafür auch höhere Kosten mit sich – dennoch geht man auf diese Weise besonders ungefährlich und effektiv vor. Im Durchschnitt kostet der Aufwand zwischen 150 und 250 Euro – die genauen Kosten hängen von der Erreichbarkeit des Nests und der Dringlichkeit ab. Bei vielen Schädlingsbekämpfern gibt es die Möglichkeit, selbst abends oder am Wochenende einen Notdienst in Anspruch zu nehmen, was allerdings noch einmal für höhere Kosten sorgt.
Wespen sicher umsiedeln – wie es korrekt funktioniert
So störend Wespen für uns Menschen auch sein mögen – sie sind trotz allem Lebewesen, die nicht einfach getötet werden sollten. Das muss häufig auch gar nicht sein, denn zwischen den Monaten April und August hat man die Möglichkeit, das Nest sicher an einen anderen Platz umzusiedeln, an dem man sich nicht mehr von den Insekten gestört fühlt. Doch auch hierfür ist eine Genehmigung von der Naturschutzbehörde erforderlich. Zu berücksichtigen ist auch das Stadium des Nests: Während es sich im April noch in der Bauphase befindet, ist es im August schon voller Insekten und deutlich größer. Die Umsiedlung ist also in einer frühen Phase um einiges leichter.
Ein kleines Wespennest kann von einem Fachmann dann korrekt umgesiedelt werden, indem er es in einen Beutel aus Papier steckt, von seiner Aufhängung abtrennt und danach sicher in einer Bienenkiste an seinen neuen Ort bringt. Bei einem größeren Wespenvolk müssen häufig zuerst die herumfliegenden Arbeiterinnen mit einer Art Fangkorb-Gerät eingesammelt werden, ehe eine Umsiedlung des Nests folgen kann. Im besten Fall befindet sich der neue Standort des Wespennests zwischen drei und vier Kilometern vom bisherigen Nest entfernt. Auf diese Weise haben es die Wespen schwer, ihren alten Nistplatz erneut aufzufinden und man hat meist seine Ruhe.
Der neue Standort sollte sich möglichst in der Natur und weit von anderen Wohngegenden entfernt befinden, weil umgesiedelte Insekten sehr aggressiv reagieren und schneller stechen können. Selbst Spaziergänger oder Tiere sind vor ihnen nicht sicher. Ein abgelegenes Waldstück ist daher eine optimale Lösung für die Umsiedlung.
Warum eine Umsiedlung die beste Wahl als eine Beseitigung ist
Wann immer es möglich ist, sollte ein Wespennest nicht einfach zerstört, sondern lieber erst einmal umgesiedelt werden. Damit leistet jeder Einzelne einen wertvollen Beitrag gegen das Insektensterben. Obgleich sie für uns manchmal etwas störend in den Sommermonaten sind, sind sie äußerst nützliche Tiere, welche im Ökosystem eine wichtige Rolle spielen. So beseitigen sie in Gärten Schädlinge, fressen Kadaver und organischen Müll auf und tragen somit zu einem funktionierenden Ökosystem bei.
Die richtige Prävention vor Wespennestern
Wer gar nicht erst das Problem eines Wespennests an seinem Haus haben möchte, sollte sich schon frühzeitig darum kümmern, dass die Insekten gar keinen geeigneten Nistplatz finden. Die Wespenköniginnen beginnen ab etwa April damit, sich nach einem geeigneten Standort umzusehen und beginnen dann auch direkt mit dem Bau eines Wespennests. In Gärten kommen beispielsweise verlassene Maulwurf-Erdbauten oder Mäuseverstecke in Frage, auch in Gartenlauben und Schuppen lassen sie sich mitunter nieder. An Hausfassaden finden sie unter Dachvorsprüngen, an Balkonen oder in Rollladenkästen Unterschlupf. Grundsätzlich schätzen die Insekten jeden Ort, an dem sie sich in Ruhe ein Nest bauen können und der ruhig, windgeschützt und trocken liegt.
Deshalb ist es wichtig, diese Bereiche regelmäßig zu kontrollieren. Offene Ritzen in der Fassade oder andere Öffnungen, in denen sich die Wespen niederlassen könnten, werden am besten zeitnah verschlossen. Eine andere Möglichkeit ist, den Wespen gezielt einen Ort zur Verfügung zu stellen, an dem sie ihr Nest errichten können. Dieser sollte sich natürlich weit genug vom Haus entfernt, wie am Ende eines großen Gartens, befinden. So hat man dann auf der Terrasse seine Ruhe und kann die Wespen aus der Ferne bei ihrem Treiben beobachten.



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